agog + zapp:

agog:

aus
Gitarre & Bass
Februar 2002
aus
JazzPodium
Juni 2002
(...) Bei all diesen Umleitungen fungiert Bandleader Frank Wingold als Anführer. Nicht selten erinnert der Gitarrist, der bereits 1993 auf dem European Jazz Contest in Brüssel zum besten Solisten gekürt wurde, an eine Kreuzung zwischen Marc Ribot und Frank Zappa, nur eben ohne die stilistischen Begrenzungen die eine solche Qualifizierung beinhaltet. Er schöpft aus dem Vollen in befremdenden Dissonanzen, die er vorzugsweise mit Pedalen aufeinander schichtet.Sein Vokabular ersteckt sich noch weiter, auf Reggae-Chops, dunkelbraune Bluesakkorde, perlende Highlife-Patterns und den brüllenden Düsenjäger-Sound, den Bands wie Fugazi patentiert haben. Aber eigentlich ist es etwas unehrlich, Frank Wingold einfach so das solistische Epizentrum der Band zu nennen.Die anderen zwei Mitglieder von Agog, Drummer Joost Lijbaart und Bassist Mark Haanstra, sind ihm nämlich in ihrer Viruosität ebenbürtig. Vor allem aber wird eine solche Beschreibung der Kraft und Kohärenz, die das Trio als Kollektiv ausstrahlt, nicht gerecht.
Und anders als bei einigen anderen Bands, bei denen das Mischen von verschiedenen Stilen oberflächlich und collagenhaft bleibt, schafft es dieses Trio, daraus einen überzeugenden eigenen Sound zu destillieren. Agog rast entlang der Grenzen zwischen Jazz, Rock, Kammer- und Volksmusik. und schafft damit den Balanceakt zwischen komplexen Kompositionen und mitreißenden Grooves.
NRC HANDELSBLAD, Oktober 2001


(...) Zwischen Aufgelöstem, Amorphen und Visionärem tönen stets griffige Themen von prägnanter Schönheit.
Vertrautes wird unablässig gebrochen in der Musik von Agog. Ganz gleich, ob der Gitarrist Folk lustig flirren, den Blues dampfen lässt oder Rockstrukturen auf Reisen schickt - ungeschoren kommt kein Stil davon. Brüche klaffen, jähe Wechsel bestimmen das Klangszenario. Aber alles ist in elastischen Fluss gehalten, das Griffige wie das Zersplitterte.
Aus verschiedenen Stilen exzerpiert Wingold wesentliches, um diesem eine ganz eigenen Bedeutung zu geben. Rohe Reste werden hart zusammengeheftet, mit experimentellem Geist und musikantischer Lust.
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG, November 2001


(..) Der cleane Gitarrensound und der warme holzige Sound des Bassisten Mark Haanstra gruppieren sich treffsicher um den leichten Anschlag des Drummers Joost Lijbaart. Gitarrist Frank Wingold hat den traditionellen Country in seinen Fingern, aber auch afrikanische Weltmusik und Rock. Mark Haanstra ist ein großartiger Bassist, der die Kraft des Funk und die Suggestivität indischer Ragas in seinen Grooves verbindet. Nach einem vielseitigen ersten Set, mit einer Glanzrolle für den Fretless-Bass, wendete Haanstra sich der Elektronik zu. Wah-Wah, Feedback und Verzerrung ließen die Kompositionen von Wingold erfolgreich mit den rhythmischen Ausflügen von Joost Lijbaart und den gezupften Mustern von Frank Wingold verschmelzen .
VOLKSKRANT, März 2001


AGOG: Lust auf Abenteuer
(...) Die elektrische Gitarre kennt für Ihn keine Geheimnisse. Durch den Einsatz von elektronischen Effekten (Echo und Sampling) schien er vor allem im Opener Sleepy Chipmunk mehr als ein Instrument zu spielen. Alle gespielten Kompositionen gestern nachmittag waren von Wingold. Der Gitarrist ließ buchstäblich hören, daß Agogik für „die Lehre von der Gestaltung des Zeitmaßes im expressiven Vortrag“ steht. Drummer Joost Lijbaart wird „ein Soundmaler“ genannt. Er verblüffte mit virtuoser Perkussion, wofür er neben Besen und Stöcken auch Holzruten gebrauchte. Mark Haanstra (26) ist sowohl ein aufmerksamer Begleiter wie auch ein versierter Instrumentalist, der sich traut, mit seinen beiden Kollegen auf Abenteuerfahrt zu gehen.
GOOI EN EEMLANDER, März 2001


Er ist Gitarrist. Einer freilich, der nicht auf Anhieb so klingt wie der und der. Bei dessen Musik nicht automatisch der Fuß des Zuhörers wippt, die Ohren vibrieren, Gefühle in Wohlklang baden. Wingolds Spiel verwischt sich, ehe man es so richtig erfasst. Dennoch gibt es sie, die elektrifizierten Sounds, gemalt und verzerrt, verwinkelt, schließlich wieder gradlinig rockig, mal gestreichelt, mal verfremdet mal bis zum Anschlag aufgedreht. Mitunter verfällt das Stück in dissonantes Stolpern, er fängtes auf, kein Problem. Und Wingold arbeitet, egal wohin er tendiert, in einem Team: Mark Haanstra (E:-Bass) sowie Joost Lijbaart (Schlagzeug) sind hautnah bei ihm, federn ab und schieben an, ein Trio („Agog") wie aus eimem Guss.
KÖLNER STADTANZEIGER, Januar 2001


Ein Blueser im Geiste
(...) Und bei aller experimenteller Freude in Harmonik und Klangerzeugung wurde deutlich, dass tief im Inneren des Gitarristen eine große Bluesseele schlummert. Um starke Expression, bluesigen Ausdruck lebendig zu gestalten, feilt der Gitarrist fortwährend an Soundvarianten. Unablässig ändert sich der Ton, die Farbe, der Gehalt. Aufregende Technik verbindet der Gitarrist mit erregendem Ausdruck. Wechselnde Sounds, bald schwül und warm, bald hart gesprenkelt erreicht er dadurch, dass er zwischen Plectron und Zupftechnik ständig variiert. Und stellenweise gibt er jedem Ton eigenen Ausdruck damit, dass er den Korpus der Gitarre durchbiegt, Töne jaulen umd wimmern lässt. Und mit raffiniertem Einsatz des Dynamikpedals oder des Ebows lässt er die Klänge lange fluten. Wingold versteht es, Strukturen zu bauen, Spannungen zu schüren. Als begnadeter Soundtüftler wusste er auch die Elektronik spannend zu nutzen - schuf er mit dem Echogerät surreale Klanglandschaften aus untergründig gedämpften und hochtourig rasenden Sequenzen.
DIE RHEINPFALZ, September 2000


Ein Gitarrentrio. Noch eines; - nachdem der einschlägige CD-Stapel immer höher wächst. (...)
Aber er taumelt nicht in einem hilflosen Epigonentum zwischen den neuen Gitarrengöttern McLaughlin, Metheny, Scofield und Frisell. Stattdessen sog er sie in sich auf und läßt sie partikelweise frei. Wingolds Gitarrenspiel besitzt einen glasklaren, perlenden Klang, welcher öfters an ECM-Gitarristen auf Speed erinnert. Dabei ist Agog allerdings kein knapp einstündiger Ego-Trip eines Gitarristen, sondern ein kommunikatives, grenzüberschreitendes und gleichberechtigtes Trio. Souverän bewegen sie sich mit kalkulierten Irritationen zwischen balladesken Stimmungsbildem, rockigen, lateinamerikanischen und kammermusikalischen Klängen. Die vertrackten Stücke sind bis auf drei (Thelonlous Monk: "Trinkle Tinkle", Traditional: „Umanqoba"; Gordon Jenkins: "Goodbye") alle von Wingold geschrieben. (...) Von Frank Wingold werden wir noch einiges hören!
JAZZ PODIUM, Juni 1996


"Ein raffiniertes Trio, feine rhythmische Texturen, energisch, sympathisch, intelligent, spannend, vital, virtuos...Allerhand verschiedene Musikströmungen werden auf eine charmante und selbstverständliche Art und Weise ineinandergeflochten,(...) jede Nummer hat ihre eigene Überraschung."
AUS EINEM RADIO-FEATURE ÜBER AGOG IM NIEDERLÄNDISCHEN RADIO, Frühjahr 1996


Ein Spiel zwischen milder Übertreibung und lässigem Understatement. Alles in allem eine witzig und intelligent gestrickte Musik.
BADISCHE ZEITUNG, Dezember 1995